Offener Brief des AStA an das Dekanat der Fakultät Sozialwissenschaften

Nürnberg, 12.04.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,
scho­ckiert hat der AStA erfah­ren, dass die ehe­ma­lige „Gleichstellungsbeauftragte“ Monika Ebeling einen Vortrag zum Thema „Können Jungen und Männer in unse­rer Gesellschaft benach­tei­ligt wer­den?“ an der Fakultät Sozialwissenschaften hal­ten wird. Wir sind für viele kri­ti­sche Debatten offen und gerade die Themenfelder Ungleichheit und Benachteiligung sind unse­rer Meinung nach wich­tig. Umso mehr scho­ckiert es uns, dass bei einer inter­es­san­ten Veranstaltung einer sol­chen Referentin ein Podium für ihre frau­en­feind­li­chen und anti­fe­mi­nis­ti­schen Positionen gege­ben wird. So kri­ti­siert sie in „Keine Panik in der Geschlechterdebatte“ die man­gelnde Wertschätzung man­cher Frauen gegen­über dem männ­li­chen Glied oder möchte nicht, dass Frauen Vollzeit arbei­ten, da sie so keine Zeit mehr hät­ten sich um ihre Kinder zu küm­mern, wie sie in einem Spiegelinterview erzählt.
Auch, dass Frauen heut­zu­tage noch weni­ger ver­die­nen hält sie für ein Märchen. Aus ihrer Sicht ist eine Gleichstellung von Mann und Frau schon erreicht, alle wei­te­ren Bemühungen hin­sicht­lich der Gleichstellung füh­ren aus ihrer Sicht zu einer Benachteiligung der Männer. Frau Ebeling ver­schließt die Augen vor der gesell­schaft­li­chen Realität. Sie ver­höhnt alter­na­tive Lebensentwürfe und repro­du­ziert hete­ro­nor­ma­ti­ves Denken, wenn sie mehr Wertschätzung für Penisse ein­for­dert und igno­riert, dass es durch­aus Frauen gibt, die eine Vorliebe für das eigene Geschlecht besit­zen. Insgesamt scheint sie Frauen vor allem als Reproduktionsautomaten zu
sehen, die sich um Haushalt und Kinder küm­mern sol­len. In ihrem Weltbild scheint für ökono­mi­sche Unabhängigkeit und Selbstbestimmung kein Platz zu sein. Hier wun­dert es dann auch nicht mehr, dass die glü­hende Antifeministin Eva Hermann sich posi­tiv auch Frau Ebeling bezieht . Allgemein revi­die­ren ihre Ansichten Jahrzehnte von Frauenbewegung, die eben nicht nur für eine recht­li­che Gleichstellung, son­dern auch für Selbstbestimmung und (ökono­mi­sche) Unabhängigkeit gekämpft hat und immer noch kämpft. In die­sem Sinne ver­schließt Frau Ebeling ihre Augen vor der gesell­schaft­li­chen Realität und fan­ta­siert sich eine Egalität zwi­schen den Geschlechtern her­bei, die lei­der eben noch nicht erreicht ist. Frauen sind immer noch benach­tei­ligt oder befin­den sich in einem gna­den­lo­sen, ökono­mi­schen Abhängigkeitsverhältnis, wel­ches noch durch die Ehe zemen­tiert wird. Ein Ausweg aus dem Abhängigkeitsverhältnis bedeu­tet noch heute eine radi­ka­len Bruch mit der mate­ri­el­len Versorgung und fast immer den sozia­len Abstieg. Ihre kru­den Thesen, ver­brei­tet Frau Ebeling unter dem Schirm der „tat­säch­li­chen“ Gleichstellung der Geschlechter. Zudem ver­fügt die beken­nende Antifeministin Monika Ebeling offen­sicht­lich über kei­ner­lei Wissen zum Thema Feminismus, in all ihren Schriften und Vorträgen macht sie deut­lich, dass aus ihrer Sicht sich ledig­lich Frauen für Frauenrechte ein­set­zen und diese alle­samt män­ner­has­sende Frauen seien, wel­che Männer ziel­ge­rich­tet und bös­wil­lig benach­tei­li­gen wür­den. Auch bezieht sie sich auf ihrer Homepage mehr­fach auf Thilo Sarrazin, des­sen Thesen sie für unter­stüt­zens­wert hält: http://geschlechterdemokratie.wordpress.com/ .
In die­sem Zusammenhang ver­wun­dert dann auch nicht mehr, dass Frau Ebeling auf Ihrem Blog auf den rechts­las­ti­gen KOPP-Verlag ver­linkt und für sie Burschenschaften ledig­lich Männerbünde sind, die sich für die Rechte von Männern ein­set­zen und als sol­che kaum „in die rechte Ecke“ zu ste­cken sind.
Die Studierendenvertretung ver­wehrt sich gegen jeg­li­che Form des Sexismus und auch Rassismus an der Hochschule. In die­sem Zusammenhang möch­ten wir auch noch­mal expli­zit auf den Beschluss des Studierendenparlaments vom 5.12.2007 hin­wei­sen, der aus­drück­lich for­dert, dass Hochschulen ein Ort der Gleichstellung und Emanzipation der Geschlechter sein sol­len und dem­ent­spre­chend Vorbild für ein tole­ran­tes Miteinander.

Dieser offene Brief an das Dekanat der Fakultät Sozialwissenschaften soll nicht als Kritik an der Veranstaltungsreihe Herrn Tischners ver­stan­den wer­den, son­dern bezieht sich ledig­lich auf den Vortrag von Frau Ebeling, deren Thesen und Theorien durch kei­ner­lei wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse fun­diert sind. Frau Ebeling ver­brei­tet hier nur ihre pri­vate Meinung, somit ist der Wissenszuwachs für die Studierenden der Fakultät Sozialwissenschaften min­des­tens frag­wür­dig. Auf Grundlage die­ser Tatsachen und auch weil die Veranstaltung in der Öffent­lich­keit eben­falls schon für reich­lich Unmut gesorgt hat, for­dert der AStA das Dekanat der Fakultät Sozialwissenschaften auf sich von der Veranstaltung zu dis­tan­zie­ren und diese abzu­sa­gen, um die­sen Theorien kei­ner­lei Plattform zu bie­ten.

Mit freund­li­chen Grüßen

AStA Hochschule Nürnberg
mit Unterstützung der Fachschaft Sozialwissenschaften

Kinoabend des AStA’s

Kino von Studierenden für Studierende

Der AStA zeigt: American History X

Die Vorführung star­tet um 19:00 Uhr in A034. Der Eintritt ist frei, Getränke könnt ihr zum Selbstkostenpreis erwer­ben. Wir freuen uns auf euren Besuch.

8.März ist Internationaler Frauentag!

Zum 101 mal jährt sich in die­sem Jahr der Internationale Frauentag, am 8. März 1911 wurde er in Deutschland erst­mals von der Sozialistin Clara Zetkin aus­ge­ru­fen. Im Laufe der letz­ten 101 Jahre hat sich vie­les für Frauen ver­bes­sert, den­noch ist  Feminismus längst nicht über­flüs­sig!

Unter dem Motto „Den sexis­ti­schen Normalzustand angrei­fen!“ fin­den ab 14 Uhr Infotische, Aktionen, Ausstellungen und vie­les mehr, in der Nürnberger Innenstadt rund um die Lorenzkirche statt.

Um 17:30Uhr ist dort auch der Auftakt der Demo.
Infos auf: http://frauenkampftagnbg.blogsport.de/

Abends, ab 18 Uhr gibt es eine beson­dere Veranstaltung in der “LUISE” zum Thema „Protest! Was treibt junge Frauen“.
Welche Ausdrucksformen haben junge Frauen, um Ihre Meinung kund zu tun, gerade durchs Leben zu gehen und für was ste­hen sie ein?
In einer Talkrunde wer­den ver­schie­dene junge Frauen zu Wort kom­men. Anschließend ver­wöh­nen ver­schie­dene musi­ka­li­sche Beiträge die Ohren des männ­li­chen und weib­li­chen Publikums.

Preis für herausragende Lehre an bayerischen Fachhochschulen 2012

In der letz­ten Sitzung hat das Studierendenparlament die KandidatInnenliste für den Preis für her­aus­ra­gende Lehre an baye­ri­schen Fachhochschulen 2012 in die­ser Reihenfolge fest­ge­legt:

1. Prof. Dr. Renate Bitzan (Fak. AW)
2. Prof. Dr. Erika v. Rautenfeld (Fak. SW)
3. Prof. Dr. Christoph v. Praun (Fak. IN)

Wir drü­cken unse­ren KandidatInnen die Daumen!

Pressemitteilung der Landes ASten Konfernez zu den Studiengebühren

Pressemitteilung
Die Studiengebührendebatte hat durch Christian Ude und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch neuen Wind bekom­men. Die SPD ver­spricht eine Abschaffung der Unimaut und eine voll­stän­dige Kompensierung der Mittel bei einem Wahlerfolg 2013. Heubisch hin­ge­gen will wei­ter­hin unter allen Umständen an den Gebühren fest­hal­ten und betont deren Unverzichtbarkeit, um die her­vor­ra­gen­den baye­ri­schen Universitäten als sol­che zu erhal­ten.
Dies ver­wun­dert die Studierenden beson­ders des­halb, weil kurz vor Einführung der Studiengebühren der Wissenschaftshaushalt mas­siv gekürzt wurde. Esther Dammer, stu­den­ti­sche Senatorin an der LMU äußert Unverständnis für den Wissenschaftsminister: “Wenn Herr Heubisch jetzt die Gebühren als unver­zicht­bar für her­vor­ra­gende Universitäten erach­tet, dann wird die aktu­elle staat­li­che Finanzierung offen­sicht­lich dem baye­ri­schen Anspruch, ein Bildungsland zu sein, nicht gerecht. Auch in ande­ren Bundesländern gibt es exzel­lente Hochschulen — völ­lig ohne Studiengebühren. Ein so rei­ches Land wie Bayern sollte dahin­ter nicht zurück­blei­ben. Das muss der Minister beden­ken, wenn er die Gebühren als zwin­gend not­wen­dig dar­stellt.“
Die Abschaffung der Studiengebühren in allen Bundesländern bis auf Niedersachsen und Bayern zeigt außer­dem, dass sich die­ses Modell der Studienfinanzierung nicht bewährt hat. “Für die baye­ri­schen Studierendenvertretungen ist es abso­lut unver­ständ­lich, dass Bayern nach wie vor an den unso­zia­len und über­hol­ten Gebühren fest­hält, wäh­rend andere Bundesländer schon längst die rich­ti­gen Konsequenzen gezo­gen haben — und zwar die Abschaffung. Dass Herr Heubisch die Gebühren wei­ter­hin als sozial ver­träg­lich bezeich­net, grenzt an Realitätsverweigerung”, so Franziska Traube, Sprecherin der Landes-ASten-Konferenz Bayern. “Wir wun­dern uns außer­dem dar­über, dass der Minister immer wie­der Studiengebühren gegen Kindergartengebühren auf­wiegt. Eine Ungerechtigkeit rela­ti­viert nicht die andere. Gebühren im Kindergarten sind genauso falsch wie Gebühren in der Hochschule. Freie Bildung für alle vom Kindergarten bis zum Studium muss selbst­ver­ständ­lich sein.“
Michelle Klein, Geschäftsführerin der Studierendenvertretung der LMU fügt abschlie­ßend hinzu: “Der Minister sollte sich weder bei der Frage der Regierungsbeteiligung noch beim Thema Studiengebühren so selbst­si­cher geben. Bereits jetzt gibt es meh­rere Petitionen und Volksbegehren gegen die Unimaut. Statt Wahlkampfparolen abzu­son­dern sollte im Ministerium end­lich über ein trag­fä­hi­ges, sozial gerech­tes Konzept zur Ausfinanzierung der baye­ri­schen Universitäten nach­ge­dacht wer­den — ohne Studiengebühren! Bis zur Landtagswahl wird das Thema wei­ter an Fahrt gewin­nen — und auch wir wer­den die Auseinandersetzung nicht scheuen.“

Studienberatungsportal der Hochschule

Das Studienberatungsportal ist eine Beratungsplattform der Ohm-Hochschule in Nürnberg mit einem Angebot an Foren– und Chatberatung. Hier erhal­tet ihr Unterstützung und Hilfe bei Fragen zum Studienstart, zum Studium selbst und allem was rund um das Studium anfällt. Qualifizierte Studierende aus höhe­ren Semestern, die sich ehren­amt­lich enga­gie­ren, beant­wor­ten eure Fragen und lei­ten kom­plexe und spe­zi­fi­sche Fragestellungen wei­ter an die zustän­di­gen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule. Ihr könnt aber auch gerne euer eige­nes Wissen und eure Erfahrungen tei­len.